Trauerarbeit

Trauer gehört wie das Sterben zum Leben und Trauerbegleitung gehört seit den Anfängen der Hospizbewegung zu einer wichtigen Aufgabe der Hospizarbeit. Auch in der heutigen Zeit rüttelt die Hospizbewegung im Bereich der Trauerwahrnehmung an Tabus. Die zunehmende Schnelllebigkeit des Alltags geht über Trauer hinweg, doch Trauer braucht Zeit. Zeit zu schenken, Trauerkultur zu bewahren bzw. weiterzuentwickeln, die Qualität von Trauerangeboten sowie die Qualifikation haupt- und ehrenamtlicher Begleiterinnen und Begleiter zu sichern – das sind heute wichtige hospizliche Forderungen.

Spiritual / Existential Care interprofessionell (SpeCi)

SpeCi ist ein Modellprojekt zur Befähigung von Mitarbeitenden in Gesundheitsberufen zum kompetenten Umgang mit den spirituellen und existenziellen Anfragen von Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohnern, Gästen, An- Zugehörigen. Auf der Projekt-Website gibt es alle Infos zur Qualifizierung, den Kooperationspartner und fördernden Institutionen, die wissenschaftliche Begleitforschung, die sieben Projektstandorte und aktuelle Entwicklungen.

Zum Thema „Spiritual Care geht uns alle an! – Spiritualität in der gesundheitlichen Versorgung“ hat am 13. März 2024 ein Digitaler Parlamentarischer Abend stattgefunden. Rund 250 Personen waren der Einladung des Präsidenten der Diakonie Deutschland, Rüdiger Schuch, der Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, der Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Prof. Dr. med. Claudia Bausewein sowie des Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes, Prof. Dr. med. Winfried Hardinghaus, gefolgt.

Es wurden ein Positionspapier und Handlungsempfehlungen zur stärkeren Implementierung von Spiritual Care im Gesundheitswesen sowie ein Schulungskonzept / Curriculum „Spiritual / Existential Care“, das sich an alle Berufsgruppen im Gesundheitswesen richtet, vorgestellt.

Rahmenkonzept Trauerqualifizierung

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV), die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und der Bundesverband Trauerbegleitung (BVT) haben einen gemeinsamen Rahmen für die Qualifizierung zur Trauerbegleitung und Trauerberatung im Kontext der Hospizarbeit und Palliativversorgungmit erarbeitet. Die nun vorliegende Handreichung möchte dazu beitragen, dass haupt- und ehrenamtlich Engagierte die entsprechenden Begleitungs- und Beratungsangebote für Sterbende und ihre Zugehörigen sowie trauernde Hinterbliebene qualifiziert anbieten können. Außerdem soll der Tabuisierung der Trauer entgegengewirkt und die gesamtgesellschaftliche Trauerkultur gestärkt werden.


Broschüre zum Durchblättern und zum Download (Stand März 2024)

Handreichung Kulturen der Trauer

Bereits 2017 erschien die Handreichung des Deutschen Hospiz und PalliativVerbands (DHPV) „Trauer und Trauerbegleitung“. Grundlage war ein Grundverständnis von Trauerprozessen als normal, gesund und angemessen in der Reaktion auf einen einschneidenden Verlust. Die Ansätze von 2017 werden in der nun vorliegenden Handreichung aktualisiert und weitergeführt.

Broschüre Trauer und Trauerbegleitung

In dieser Handreichung haben Expert*innen Leitgedanken der Trauerbegleitung sowie Standards der Qualifikation von Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleitern in der Hospiz- und Palliativarbeit dargelegt, wobei bestehende Konzepte vor dem Hintergrund der Erfahrungen des DHPV aufgegriffen und weitergedacht werden.

Arbeitspapier zur Finanzierung der Trauerarbeit

Trauerexpert*innen haben im Auftrag des DHPV ein Arbeitspapier zur Finanzierung der Trauerarbeit und Trauerweiterbildung im hospizlich-palliativen Arbeitsfeld veröffentlicht. Das Papier beleuchtet verschiedene Modelle einer nachhaltigen Finanzierung und stellt ein Zwischenfazit dar.

Stellungnahme für eine Kultur der Trauer und für die Anwendung des Begriffes „Belastungsstörung nach Verlust“ (2018)

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) wendet sich in der Stellungnahme "für eine Kultur der Trauer und für die Anwendung des Begriffes „Belastungsstörung nach Verlust“ in der ICD-11 6B42 zur Abwendung von unerträglichem Leid in Folge eines Verlustes" gegen Bestrebungen, die Diagnose „Anhaltende Trauerstörung“ (Prolonged grief disorder) in die internationale Klassifizierung der Krankheiten (ICD) aufzunehmen. Bei Einführung dieser Diagnose besteht die Gefahr, die Trauer insgesamt wieder als "Störung" wahrzunehmen sowie den Trauerprozess zeitlich zu normieren.